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Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung

Es gibt viele Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung, wenn es um das Thema Unternehmen geht. Doch welche Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung gibt es überhaupt für einen Existenzgründer und welche Möglichkeiten für einen Unternehmer der expandieren möchte? Welche Möglichkeiten machen wann am meisten Sinn? Lesen Sie hierzu mehr im nachfolgenden Artikel.

Sowohl für einen Existenzgründer, als auch für einen Unternehmer der expandieren möchte, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Hierbei sollte man beachten, dass nicht alle Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung für einen Existenzgründer auch bei einem Unternehmer, welcher expandieren möchte, anwendbar sind.

Existenzgründer:

Existenzgründer verfügen meist nicht über genügend Eigenkapital

Kommen wir zunächst einmal zu den Existenzgründern. Gerade junge Investoren und Existenzgründer verfügen in der Regel nicht über genügend Eigenkapital, um ein Unternehmen zu gründen oder ein Unternehmen mit einer Einmalzahlung zu erwerben. Der Existenzgründer ist dann auf Fremdkapital angewiesen. Das Problem bei einem Existenzgründer ist aber das er meist wenig bis kein Eigenkapital und somit auch keine Sicherheiten vorweisen kann. Dies schreckt zunächst viele Banken bei der Vergabe von Bankkrediten ab. Dennoch gibt es für einen Existenzgründer viele Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Nachfolgend ein paar Beispiele.

Zuschuss:

Ein Zuschuss ist eine finanzielle Förderung, die in der Regel nicht zurückgezahlt werden muss. Für den Erhalt von Zuschüssen gibt es keinerlei gesetzliche Ansprüche. Sie ist daher auch eine der beliebtesten Förderungsarten. Hierbei ist aber zu beachten, dass Zuschüsse für Existenzgründungen sogenannte Kann-Leistungen sind. Sie sollten daher bei der Antragsstellung schon genau wissen, welchen Zuschuss Sie benötigen und sich vorher mit dem Thema Zuschuss auseinandergesetzt haben. Denn schon ein kleiner Formfehler im Antrag, kann dazu führen, dass der Zuschuss nicht bewilligt wird. Folgende Zuschüsse gibt es für eine Existenzgründung:

Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit: Bei der Gründung aus der Arbeitslosigkeit heraus können Existenzgründer einen Zuschuss in Höhe des zuletzt gezahlten Arbeitslosengelds sowie etwa 300 Euro für die Sozialversicherungsabgaben beantragen. Zum Zeitpunkt des Antrags für den Zuschuss muss noch ein bestimmter Rest-Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Der Gründungszuschuss fällt seit 2012 unter die Ermessensleistungen der Arbeitsagentur. Daher ist der Zuschuss von der Arbeitsagentur keine Pflichtleistung und kann im Zweifel abgelehnt werden.

Exist-Gründerstipendium für Gründer aus der Hochschule: Der Zuschuss durch das Exist-Gründerstipendium richtet sich an Gründer, die direkt aus dem Studium oder der Universität gründen wollen oder deren Abschluss noch nicht zu lange zurückliegt.

Zuschuss für Existenzgründungsberatung: Kosten für Beratungen durch einen Gründercoach können ebenfalls durch einen Zuschuss übernommen werden. Grundsätzlich muss der Gründer trotz Zuschuss einen Eigenanteil tragen. Außerdem ist der Zuschuss auf einen maximalen Beratungsumfang beschränkt. 

Zuschüsse für Finanzierungen: Um den Existenzgründern die Anfangsphase zu erleichtern, gibt es Zuschüsse für verschiedene Finanzierungsanlässe z.B. für Forschung und Entwicklung und für verschiedene Branchen.

Gründungsprämie für Handwerker: Für Existenzgründer aus dem Handwerk gibt es je nach Bundesland ein Reihe von Zuschüssen. Zum Beispiel bietet das Land Berlin die sogenannte Meistergründungsprämie an. Handwerker, die sich nach der Meisterprüfung im Land Berlin selbstständig machen wollen, müssen innerhalb von drei Jahren nach bestandener Meisterprüfung mit der Existenzgründung starten, um das Anrecht auf diesen Zuschuss nicht zu verlieren. 

Innovationszuschuss: (Zuschüsse für besondere Ideen) Es besteht die Möglichkeit, dass innovative Geschäftsideen facettenreich gefördert werden. Ebenfalls können generelle Kosten für die Realisierung von Innovationen sowie für Kosten aus Forschung und Entwicklung neuer Verfahren, Produkte oder Dienstleistungen gefördert werden.

Darlehen:

Eine geliehene, größere Geldsumme (Darlehen) ist eine Möglichkeit der Kapitalbeschaffung.

Ein Darlehen ist eine geliehene, größere Geldsumme, welche von Hausbanken und Förderbanken angeboten werden. Bei einem Existenzgründer kommt, da er meist nicht über all zu viel Eigenkapital verfügt, ein klassisches Bankdarlehen in der Regel nicht in Frage. Hier fehlen die nötigen Sicherheiten. Dennoch gibt es für Existenzgründer drei verschiedene Möglichkeiten ein Darlehen dennoch in Anspruch nehmen zu können.

private Darlehen: Für einen Existenzgründer ist ein privates Darlehen ebenso naheliegend wie praktisch. Verfügt man über Freunde oder Familienmitglieder mit guter finanzieller Ausstattung, dann kann es eine gute Möglichkeit darstellen, mit ihnen über die Finanzierung des geplanten Unternehmens zu sprechen und sich das benötige Kapital innerhalb des sozialen Umfeldes zu beschaffen. Hierbei sollte man dennoch einige Regeln festlegen, da im Falle des Scheiterns oder bei Verlust des Kapitals, ansonsten die Freundschaft oder familiäre Harmonie ein jähes Ende finden kann. Es ist daher unabdingbar klare Vereinbarungen über die Höhe, die Verzinsung, Dauer usw. zu treffen.

Bürgschaft: Wie bereits oben erwähnt, kommt für einen Existenzgründer ein klassisches Bankdarlehen meist nicht in Frage. Doch in Verbindung mit einer Bürgschaft, kann auch ein Existenzgründer diese Möglichkeit der Kapitalbeschaffung nutzen. Bei einer Bürgschaft handelt es sich nämlich um keine eigenständige Finanzierung- oder Förderart, sondern um eine Finanzierungsergänzung. Eine Bürgschaft ist hilfreich, wenn man bei einem Darlehen z.B. nicht genügend Sicherheiten vorweisen kann. An der Stelle treten dann Bürgschaftsbanken ein und übernehmen Ausfallbürgschaften von bis zu 80% des Kredits und bis zu einem Höchstbetrag von 1,25 Mio. EUR. Dennoch sollte sich der Existenzgründer vorab gut mit diesem Thema befasst haben, da die Inanspruchnahme von Bürgschaften mit fixen und variablen Kosten verbunden ist.

Förderdarlehen (Fördermittel): Bei den Fördermitteln, handelt es sich um staatlich oder öffentlich geförderte Mittel, welche in verschiedenen Formen und Modellen zur Verfügung stehen. Im Prinzip handelt es sich bei den Fördermitteln um ganz normale Bankkredite. Hierbei übernehmen jedoch öffentliche Träger gegenüber den Geldinstituten bestimmte Garantien. Somit werden die Risiken für die Banken deutlich gemildert und die Chancen für einen Existenzgründer einen Kredit zu erhalten, steigen deutlich an. Auch diese Möglichkeit der Kapitalbeschaffung stellt kein Freibrief für Gründer da. Selbst bei Fördermitteln wird sorgfältig überprüft, ob es sich um ein schlüssiges Geschäftsmodell handelt und ob man dem Gründer zutraut, ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Bei Fördermitteln handelt es sich zudem um geliehenes Geld, welches später zurückgezahlt werden muss. Diese Rückzahlung muss der Existenzgründer in jedem Fall einplanen. Dennoch ist diese Finanzierungsmöglichkeit sehr beliebt, da die Rückzahlung über einen langen Zeitraum erfolgen kann und die Zinsen sehr niedrig sind.

Unternehmer, der expandieren möchte:

Kommen wir nun zum Unternehmer der sein Geschäftsfeld erweitern möchte. Dieser hat zum einen eventuell schon Erfahrung mit der Kapitalbeschaffung und zum anderen Eigenkapital. Er kann daher Sicherheiten vorweisen, welche bei der Vergabe von Bankkrediten von Vorteil sind. Zusätzlich zu den Bankkrediten, gibt es für einen Unternehmer, welcher expandieren möchte aber noch weitere Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Nachfolgend ein paar Beispiele.

Beteiligungen:

Eine der wohl einfachsten Formen der Kapitalbeschaffung für Unternehmer ist die Unternehmensbeteiligung. Hierbei sichert sich der Unternehmer Anteile an einem Unternehmen, welches nachhaltig und wertorientiert arbeitet und profitiert so von der Beteiligung am Eigenkapital. Der Unternehmer ist somit flexibel und unabhängig von den Banken. Bei einer Unternehmensbeteiligung müssen Unternehmer jedoch Kapitaleinlagen in Form von Geld- oder Sacheinlagen leisten. Daher ist diese Form der Kapitalbeschaffung für Existenzgründer auch meistens nicht von Interesse. Eine Beteiligung kann sowohl still als auch offen erfolgen. 

Stille Beteiligung: Eine stille Beteiligung erfolgt, wie der Name schon sagt „still“. Das bedeutet, dass das Beteiligungsverhältnis nicht öffentlich dargelegt wird. Der Investor ist nur am Unternehmensgewinn beteiligt, nicht am Vermögen des Unternehmens. Zudem kann ein stiller Teilhaber im Unternehmen nicht mitbestimmen. Daher ist er auch nicht als Mitgesellschafter im Handelsverzeichnis eingetragen. Er hat lediglich Kontrollrechte im Unternehmen. Eine stille Beteiligung ist mit wenig zeitlichen Aufwand verbunden. Zudem kann eine stille Beteiligung, nach einem zuvor festgelegten Zeitraum zurückgezahlt werden.

Bei einer offenen Beteiligung kann der Investor nicht nur kontrollieren, sondern auch mitbestimmen.

Offene Beteiligung: Eine offene Beteiligung ist das komplette Gegenteil von einer stillen Beteiligung. Der Investor erhält eine Beteiligung am Stammkapital oder Kommanditkapital. Somit ist er Mitgesellschafter im Unternehmen und wird auch im Handelsregister eingetragen. Bei einer offenen Beteiligung kann der Investor nicht nur kontrollieren, sondern auch mitbestimmen. Die Rechte und Pflichten werden im Gesellschaftervertrag geregelt. Das Beteiligungsverhältnis wird meistens nicht nach einer festen Laufzeit aufgelöst, sondern durch Aufgabe oder Verkauf der Anteile durch den Investor. 

Darlehen:

Eine weitere für Unternehmer beliebte Form der Kapitalbeschaffung ist das Darlehen. Hierbei wird dem Unternehmer eine größere Geldsumme geliehen. Es ist eine wichtige Fremdfinanzierungsmöglichkeit, welche in verschiedene Arten unterteilt wird. Nachfolgend die für einen Unternehmer relevanten Möglichkeiten:

Bankdarlehen: Bei einem Bankdarlehen muss ein Unternehmer Sicherheiten, z.B. in Form von Eigenkapital vorweisen können. Die Bank muss sicher sein, dass der Unternehmer die größere Geldsumme in einem bestimmten Zeitraum auch wieder zurückzahlen kann. Bei der Antragsstellung ist daher ein Businessplan von Vorteil.

Unternehmerdarlehen: Bei einem Unternehmerdarlehen wird dem Unternehmer ein mittel- oder langfristiger Kredit für inländische und ausländische Investitionsvorhaben zur Verfügung gestellt. In der Regel beträgt die Laufzeit eines Unternehmerdarlehens ca. 5. Jahre.

Zuschuss:

Auch für einen Unternehmer, welcher expandieren möchte ist der Zuschuss eine beliebte Förderungsart. Zum einen weil dieser nicht zurückgezahlt werden muss und zu anderen weil keine Gegenleistung erfolgen muss.

Sie sind Existenzgründer oder Unternehmer, welcher expandieren möchte und haben bereits Erfahrung mit der Kapitalbeschaffung gesammelt? Dann freuen wir uns über einen aktiven Austausch mit Ihnen.

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